Vincent

von Joey Goebel
Buchrezension

Buchrezension - Vincent von Joey Goebl

Zuerst danke ich dem Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung zu dem Buch wird davon nicht beeinflusst. Joey Goebels Debütroman "Vincent" war das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe und es hat mich direkt umgehauen. Goebel hat mich auf eine Reise geschickt, für die es mir schwerfällt, die richtigen Worte zu finden. Das Buch ist groß! Schon den Einstieg fand ich fulminant:

„Tut mir leid, dass du es ausgerechnet von mir erfährst, aber Du wirst nie glücklich sein. Ich will Dir damit nicht weh tun, ich will es Dir einfach sagen, weil ich es nur anständig finde, dass ich ehrlich zu dir bin, ehe wir anfangen.“

Joey Goebel


Der Manager Harlan schreibt diese Zeilen an Vincent, ein junges Schriftsteller-Talent, dessen Leben er auf unfassbare Art und Weise beeinflussen wird. Tatsächlich hat mich die Frage, ob Künstler auf eine Art immerzu leiden müssen, um in den Emotionen zu verharren, mit deren Hilfe sie großartige Bücher schreiben, Gemälde erschaffen oder Musik komponieren, schon immer beschäftigt. Und genau darum geht es in dem Roman.

Außerdem Thema ist die Massenproduktion für den Massengeschmack einer Gesellschaft, die nicht mehr dazu in der Lage scheint, wahre Kunst zu erkennen und ihren wertvollen Inhalt zu genießen. Goebl lässt Harlan die Medienwelt auf eindrucksvolle Weise zerpflücken und bringt es schon ziemlich gut auf den Punkt.

„Wir wollen das Leben Ihres Sohnes heimlich manipulieren und ihn leiden lassen, damit es ihm nie an Inspiration fehlt, um große Kunst zu schaffen."

Joey Goebel

Als Autor kann man hier eine Menge über Figurenentwicklung lernen. Der Protagonist Harlan ist grausam, ein richtiger A**** und doch ist er es irgendwie nicht. Dieser Konflikt erzeugt Spannung und machte den Manager für mich unheimlich komplex. Die Freundschaft die zwischen den beiden entsteht ist auf eine Weise herzzerreißend, das Leben von Vincent eine Tragödie, erhellt von den Momenten, in denen er das Schreiben genießt.

Mehr möchte ich zum Inhalt eigentlich gar nicht sagen. Ich bin einfach beeindruckt. Das Buch ist ein kleines Juwel. Eines, das mich getroffen und bewegt hat. Das es wert ist, mehrmals gelesen zu werden. Eines, das es auf meine Favoritenliste geschafft hat und das ich jedem weiterempfehlen möchte.

HIER geht's direkt zum Buch.

(Foto Schreibmaschine von Samuel Ramos bei Unsplash)

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